Hart erkämpfter Mindestlohn

Veröffentlicht: Januar 17, 2013 in Freitag
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augstein-top-ten-antisemiten

Nur weil mein Wort ich nicht erhebe, zu deduzieren, ich wär` nicht hier,

zu meinen, weil ich nicht erbebe , ich säh `s nicht, das Geschmier,

das wäre völlig fehlgeschlossen,

ich sah es alles, hab `s genossen,

wie Jakob sich so unentwegt,

für `s Etikett ins Zeug gelegt

mit Wisch und liederlichem Schriftstück,

die Juden seien `s Unglück,

rollt er nun auf das Abstellgleis,

vom SWC hat er den Preis.

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Am 12 02. 2009 erschien in „Zeit-Online“ der Artikel „Mutlos links“, der den „Wechsel der Windrichtung“ beim  Wochenblatt „Der Freitag“ thematisierte und auf das Abwracken eines Flaggschiffs linker und aufklärerischer Meinungsmedien aufmerksam machen wollte. „Auf die akute Frage, was heute links sein könnte, antwortet man am einfachsten, indem man erklärt, wo früher schon links war.“, so wurde prägnant „Der Freitag“ beschrieben. Dass die damalige, aus linker Sicht talwärtige Tendenz noch derart komparabel wäre, hätten wenige „geglaubt“, womit wir beim Thema sind.

„Geglaubt“ wird beim heutigen „Der Freitag“ vieles. Teilweise tobt in dessen Community förmlich ein „Glaubenskrieg“. Zur Stunde findet z.B. in den zwei Blogs „Ist Jesus Gott?“ und „Der kleine Anti-Muhabbetci“ ein „Wettglauben“ statt, ein Verhalten, das dem rational und kausal denkenden Menschen des 21. Jahrhunderts Hohn spricht.

Ein harter Kern von Stammbloggern glaubt, dass er glaubt. Dieses Glauben zweiter Ordnung sitzt nun schon etwas tiefgründiger, sessiler in dem materielosen Fundament, so wird geglaubt. Tatsache ist, dass sich dadurch nicht die Erkenntnis, sondern nur die Inbrunst steigern lässt. Ein wesentlicher Fortschritt gegenüber den brennenden Fragen, die von den Scholastikern im Mittelalter eingehend ventiliert wurden von der Qualität „Wie viel Engel passen auf eine Nadelspitze?“, kann im heutigen „Freitagsbibelkreis“ nicht ausgemacht werden.

Zur Verdeutlichung der „Qualität“ und des Blog-Niveaus der überregionalen deutschen Wochenzeitung „mit linksliberaler Ausrichtung“, hier wenige Beispiele:

„Ich hatte mit der Dreifaltigkeit nie Probleme.“

„Jesus als Teil der Dreifaltigkeit, freilich trägt all unsere Schuld, weil er uns alle trägt als Gott.“

Bloß weil die Bibel offenbartes Wort Gottes ist, muss da nicht alles „wörtlich“ drin stehen. Die menschliche Auslegung ist Teil des göttlichen Willens.“

„Interessanter…[]…scheint mir der christliche Glaubenssatz zu sein, dass Jesus sich als Mensch für das Heil der Menschen geopfert habe, um dann wieder zu Gott aufgefahren zu sein.“

„Ich sage, eine Religion die nicht mit Logik fassbar ist, ist eine irre Religion.“

„…keine Schlachtung  darf einem Tier unnötig leid zufügen.“

usw.

Mit welcher Ernsthaftigkeit in dieser Freitagscommunity verstaubte Glaubensartikel „diskutiert“ werden, ist für Menschen, die ihren Interessensschwerpunkt mehr auf Anthropologie als Esoterik legen, unverständlich.

Die Auffassung Schmidt-Salomon`s kann hier, in leicht modifizierter Form, wie folgt geteilt werden: Humanistische und aufklärerische Werte, die in diesem Staat wünschenswert wären, können weder dem Judentum, noch dem Christentum, noch dem Islam entstammen. Es darf nicht vergessen werden, dass die Demokratie im antiken Griechenland erfunden wurde und nach der Machtübernahme des Christentums für ein Jahrtausend von der politischen Bühne verschwand. Ebenso die Werke der modernen Demokratietheoretiker, etwa die Schriften Rousseaus zur Volkssouveränität oder Montesquieus zur Gewaltenteilung, bald nach ihrem Erscheinen auf dem Index der verbotenen Schriften der katholischen Kirche landeten. Bis ins 21. Jahrhundert hinein tun sich die „großen Glaubensströmungen“ vorwiegend dadurch hervor, dass sie Menschenrechte als „gotteslästerliche Anmaßung des Menschen“ verunglimpften. Für die Entwicklung eines modernen Rechtsstaates ist nicht der Einfluss des Christentums, sondern vielmehr die Befreiung von ihm entscheidend. Es war ein kluger Schachzug der Aufklärungsbewegung, den Herrschaftsbereich des Glaubens mehr und mehr aus der Öffentlichkeit zu verbannen und Religion zur Privatsache zu erklären. Hinter diesen Stand der kulturellen Entwicklung dürfen wir heute keineswegs zurückfallen. Vielmehr gilt es, die unvollendete Trennung von Religion und Politik, weg von einer Ingroup-Outgroup-Normierung, weiter auszubauen.

Die dazu konträre Entwicklungstendenz in der Wochenzeitung „mit linksliberaler Ausrichtung“ lässt nichts Gutes ahnen und verstärkt nur noch den „Verwesungsgeruch“, einen süßlich Moschus-artigen Duft vermischt mit dem Geruch von alterndem Fleisch.

Dass es so sinnvoll wie ein Kropf ist, sich mit „Menschen des Glaubens“ argumentativ auseinander zu setzen, das zeigt Freerk Huisken von der Uni Bremen auf. Er analysiert Gläubige folgendermaßen:

„Wenn Menschen gläubig sind, dann verabschieden sie sich vom ihrem eigenen prüfend urteilenden Verstand. Sie ersetzen ihn durch den Beschluss, ihr Leben im Großen und im Kleinen als Werk eines erfundenen Höchsten zu deuten. (Verstandesverachtung)

Gegen diesen ihren Beschluss lässt sich nicht argumentieren. Ohne dem Verstand zugängliche, nachprüfbare Gründe anzugeben gilt der Beschluss, weil sie sich zu ihm durchgerungen haben. Deswegen gilt er für sie auch generell und absolut, d.h. eben nicht nur für sie, sondern für alle. (fundamentalistischer Größenwahn)

Folglich wird die Welt aufgeteilt in Gläubige und Ungläubige, die deswegen so heißen, weil sie nicht wahrhaben wollen, was selbstverständlich auch für sie gilt, dass nämlich auch ihr Leben in den Händen des Allerhöchsten liegt. Die erfundene Sicht der Welt ist der Maßstab, an welchem die Gläubigen die Welt sortieren. (Selbstgerechtigkeit)

Indem der gläubige Mensch die Erfindung eines Allerhöchsten teilt, dessen Wille geschehe, macht er diese Erfindung nicht nur zu seiner eigenen, sondern unterwirft sich aus freien Stücken diesen seinen Hirngespinsten. Die gläubige Deutung der Welt wird damit von geistigen Zwangshandlungen beherrscht, die an Formen von „Verrücktheit“ heranreichen.[1] (Glaubenswahn)“



[1] Bei jedermann, der sich als Napoleon imaginiert und die Welt um sich herum als seinen Hofstaat betrachtet – von dem die ungläubige Welt, wie er schlau weiß, keine Ahnung hat – wäre so ein Urteil kein Sakrileg.

„Aus gegebenem Anlass“

Veröffentlicht: November 8, 2010 in Freitag
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„Aus gegebenem Anlass“ – für alle „Freitagskenner“ und Träger realitätsverstellender „Freitagsbrillen“ –

(zugegeben ein lächerlicher Titel, ähnlich lächerlich, wie ich einige „blaue Blogs“ im Meinungsmedium „der Freitag“ beurteilen würde. Aber bitte urteilt selbst!)

Ausgangspunkt war für mich der unter „Thinktankboy“ eingestellte Gastkommentar von Fidelche. Dort wird derzeit gerade mal wieder diskutiert, was denn (heute) „links“ sei.

Ich glaube, dass Fidelche`s „linkes Grundgerüst“ schon vor den geringfügigen Ausbesserungsarbeiten, die sich im Rahmen der Kommentare noch ergaben, sehr stabil stand und nun immer sicherer und standfester wird. Wer möchte, kann dazu noch die ein oder andere „linke Verstrebung“ beitragen.

„Humanismus“ sollte einem „Linken“ ein letzter Referenzpunkt sein, so eine der in diesem Blog generierten Erkenntnisse und wichtigen Stützen im Tragwerk „linker Haltung“. Als Beitrag zur Ausübung des Humanismus, einer Humanität also, wäre auch humanistische Bildung hilfreich, sollte man meinen, sofern sie denn nicht fehlgeleitet wird….

Interessant müsste es deshalb sein, den im Fidelche-Blog destillierten „linken Maßstab“ beim Meinungsmedium „der Freitag“ anzulegen. Auch im „Freitag“ sieht der Verleger einen Vorteil von „humanistischer Bildung“…nur…, um besser im Garten [sic] klarzukommen! Seine restlichen „blauen Mitstreiter“ befassen sich in unzähligen Blogs mit ebenfalls derart „wichtigen“ Themen. Und so schreiben die belletristischen Küchengeister und esoterischen Gartenfreunde, wenig am „Puls des Volkes“, mehr abgehoben und ohne Bodenhaftung, über „Ganzjahresgemüse“ und „Kartoffelpüree“. Einer dieser blauen „Gourmet-Riege“ verstieg sich gar, um einem Wein zeilenlang Aromen mit erfindungsreicher Detailgenauigkeit zuzuordnen.

Ich zitiere: „…die cuvée speciale 1985. Dieser Beaujolais war von seinem ersten Tag an ein fabulöses Ereignis, reich an verführerischem Schmelz, strukturdichter Komplexität sowie subtiler Finesse und Harmonie, zugleich keinesfalls schwer oder fest, ohne störende flüchtige Säuren, mit einem Strauß feinster (sekundärer) Blütenaromen (vornehmlich Veilchen, welke Rose, Hyazinthe, Narzisse und Iris) sowie einer Palette reintöniger Fruchtaromen (reife Kirsche, Johannisbeere, Aprikosenhaut, Erdbeere, Pflaume) und einer Prise Zimt, Pfeffer und Trüffeln. Natürlich war dieser Wein, einem Grundsatz des Hauses gemäß, nicht angereichert und ohne Schwefelzusatz ausgebaut: Er war mehr als ein Referenzwein, er war vielmehr eine Quintessenz dessen, was bei der Herstellung natürlicher Rotweine möglich ist…“ Zitat Ende.

Hätte der Schöngeist das Einfühlungsvermögen, das er einem Wein [!] entgegenbrachte nur ansatzweise bei seinen zensorischen Zugriffen auf die Community aufbringen können, wären viele ungerechtfertigte und einseitige Deaktivierungen vermieden worden.

Andererseits: Mein Platz wäre fehl zwischen „Leckermäulern“ und „Genussspechten“, weil ich`s lieber mit dem Marc Aurel-Wort halte: „Ein jeder ist soviel wert, als die Dinge wert sind, um die es ihm ernst ist.“

Übrigens: Im Streifzug-Blog „Heuschrecken, Medienkrähen und Pleiten“ redet der Freitag-Verleger auch der Heuschrecken-Anklage, einer verkürzten, regressiven und daher leider fehlgehenden Kapitalismuskritik, wie sie unter dem Punkt „Kapitalismuskritik“ in Fidelche`s Blog beschrieben ist, das Wort. „Medienkrähen“ hingegen will er verschont wissen (weil eine Krähe der anderen bekanntlich kein Auge aushackt)!

Und nun vergleicht bitte die wesentlichen Punkte „linker Haltung“ aus o.g. Blog mit dieser „Freitagsgesellschaft“ und bewertet selbst, wo der Freitag (heute) steht!

Beste Grüße

dr.b

Deaktiviert mich!

Veröffentlicht: Juni 6, 2010 in Freitag
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„Der Freitag – Das Meinungsmedium“ und „Mitglied werden und sofort Ihre Meinung“ schreiben“, so wird geworben und so ist es zu lesen auf der Website des angeblich linken „Meinungsmediums“. 

Große Worte von kleinen Freigeistern.

Die genannten werbenden Worte geben leider nur den Anschein von Moral, einer „die man nur im Munde führt“. Verschwiegen dabei wird, dass in praxi aber nicht „Ihre“ sondern nur bestimmte und communitygenehme Meinungen toleriert werden und deren AGB-Wörter „beleidigend“, „obszön“, „vulgär“, „sexuell orientiert“, „abscheulich“ oder „bedrohlich“ nur im Sinne einiger „Freitagslieblinge“ ausgelegt werden.
So geschehen bei der Deaktivierung des Nutzerkontos von „Rainer Kühn“, so jetzt wieder bei „fidelche“, denn weder hatten diese beiden „gegen ein Gesetz verstoßen“ noch waren sie „rassistisch“ aufgetreten. Ggf. wurde mit gleicher Münze heimgezahlt, wie es die Schützlinge des Freitags zu zahlen gewohnt sind. In der „Causa fidelche“ wurde, wie nachgelesen werden kann, lediglich aus dem Kontext gerissen zitiert und eine konjekturale Variation angeboten, die, wie auch im Fall des Afghanistanheimkehrers „Bundeshorst“, durchaus als „Hauptlesart“ bezeichnet werden kann. Allein dies war für gewisse „Freitagsmimosen“ zuviel Gegenwind. Die Proponentin hätte ganz einfach sagen können: „Nein, meine Worte sind folgendermaßen zu verstehen: …“ Aber Katzenklo! Sie und deren „Zitierkartell“ riefen lieber nach ihrer „Leibgarde“. Die Freitags-Protegés können schmutzige Wäsche waschen wie`s beliebt, fühlen sie Ihre „Dreckbrühe“ fremdverkeimt, genügt ein Wink und der Zensor inszeniert den „beleidigten Köhler“, mit dem Unterschied, dass sich die Machtverhältnisse hier diametral zum „Grüßaugust“ verhalten. Diese auffällige Disparität spricht nicht für den Freitag, der sich zwar gerne als „politisch links“ verorten lässt, aber sofort einzieht, was man auf gut laizistisch den Schwanz nennt, wenn Linke Ernst machen mit einer Aufklärung, die sich nicht auf formelle Verbalblüten reduzieren lässt. Dass solch einäugiges Vorgehen nicht ohne politische Häutung durchzuhalten ist und der Freitag mehr und mehr zur Tauschbörse für Worthülsen verkommt, ist schade. Meinungsvielfalt ist eben auch nur der Plural von Meinungseinfalt!

Deaktiviert also die Werke des „linken Geistes“! Er selber wird unauslöschlich sein, wie eure Schmach!
(Alle anständigen Zeitungen werden um Abdruck dieses Briefes ersucht. dr.b.)